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12 Orchesterstücke Suspensions Variationen
 
Kompositionen für Kleines und Großes Orchester, Klavier und Kammerorchester.
Bitte beachten Sie die Copyrightnotiz.
 
12 Stücke für Kleines Orchester (1997/2003)
 
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.

VII.
VIII.
IX.
X.
XI.
XII.
Un poco moderato
Lento di molto
Grave - Lento ma non troppo
Andante scorrevole
Sostenuto
Lento tranquillo

Vivo misterioso
Allegretto
Andante
Andantino ritmico
Adagio
Allegro moderato, con forza
02:08    1,9 MB
02:37    2,3 MB
02:43    2,5 MB
01:21    1,2 MB
03:02    2,8 MB
02:21    2,8 MB

01:40    1,5 MB
02:01    1,8 MB
03:17    3,0 MB
03:26    3,1 MB
04:21    4,0 MB
03:47    3,4 MB
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Einführung

Suspensions für Orchester (1999/2003) 18:30   6,8 MB MOV

Einführung

Variationen für Klavier und Kammerorchester (2000/2003) 16:31  7,6 MB MOV

Einführung
12 Stücke für Kleines Orchester (1997/2003)

Diese zwölf Orchesterstücke knüpfen inhaltlich an zwei frühere Kompositionen, „Reflexive Surface” (1996) und „Silence” (1997) an, in denen ich mich intensiv mit Klangflächenstrukturen auseinandersetzte. Als Ausgangspunkt diente eine Videoarbeit von 1991 („Reflexive Surface”), die Lichtreflexe auf stehenden Wasserflächen, Spiegelungen von schwimmenden Blättern und überhängenden Zweigen zum Thema hatte. Schon in der unter dem gleichnamigen Titel komponierten Musik versuchte ich nicht nur intuitiv den Bildwirkungen des Films zu folgen, sondern auch die verschiedenen räumlichen Ebenen als musikalisches Konstruktionsprinzip umzusetzen.
Die Konzeption der Orchesterstücke ist als Klangflächen-Variationsfolge gedacht und verbindet mit jedem einzelnen Orchesterstück einen neuen kompositorischen Ansatz, demzufolge in abwechselnden Kombinationen der Orchesterinstrumente die unterschiedlichsten satztechnischen Verfahrensweisen erprobt werden.

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Die ursprüngliche Vorlage des Videofilms tritt dabei mehr und mehr in den Hintergrund und weicht dem Experimentieren mit einander überlagernden Klangschichten und polyrhythmischen Abläufen, Ostinatobewegungen und Klangbändern, linearen bzw. polyphonen Stimmengeweben oder vertikalen Tonspiegelungen. Die der Optik des Film entlehnten visuellen Wahrnehmungsebenen wie Schatten- und Unschärfebereiche, Vorder- und Hintergrund, räumliche Tiefe etc. sollen dabei als eigenständige musikalische Strukturierungen nachvollziehbar gemacht werden.

Die Instrumentation ist auf einfach besetztes Holz/Blech, Schlagzeug, Vibraphon, Celesta, Klavier, Harfe und Streicherensemble beschränkt, doch wechselt die Besetzung mit jedem Stück, um alle Varianten unterschiedlicher Klangkombinationen durchlaufen zu können.

Thomas Lefeldt  1999
Suspensions für Orchester (1999/2003)

Unter „Suspensionen” versteht man in der Musikwissenschaft so genannte „Auflösungsfelder”, Formabschnitte, die oft nach Steigerungs- und Konfliktphasen zu relativer Entspannung zurückführen. Sie weisen daher weniger dichte thematische Beziehungen auf und lösen gleichsam die motivische Entwicklung in episodenhaften Charakteren auf, in denen die Bewegung vorübergehend zur Ruhe kommt. Oftmals am Ende oder innerhalb von Durchführungsteilen stehend bilden sie außerdem in der klassischen Sonatenhauptsatzform die Schlussgruppen von Exposition/Reprise. Spätestens seit der Symphonik Mahlers kennt man Suspensionen als in den Gesamtverlauf eingebettete eigenständige Formteile. In diesem Sinne ist die hier vorgestellte Komposition zu verstehen, als eine Folge von Auflösungsfeldern, die sich allerdings als solche weniger aus ihrer „Vorgeschichte”- d.h. der Lösung einer Konfliktsituation - als vielmehr als eigene Kategorie definieren. Gemäß ihrer ursprünglichen Funktion gibt es in ihnen kaum Entwicklungsmomente und keinerlei motivische Bezüge, auch figurative Elemente fehlen weitgehend bzw. werden immer wieder aufgelöst. Dennoch stellen sich quasi thematische Zusammenhänge her mittels vertikaler Klangschichten, die, gleichsam als thematische Blöcke fungierend, den jeweiligen Tonvorrat eines harmonischen Komplexes in unterschiedlichen Klangfarben widerspiegeln. Hier erweist sich auch der beabsichtigte doppelte Sinn des Wortes „Suspension”:

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In der Malerei ist dieser Begriff aus der Farbherstellung bekannt, da es sich bei Farben in der Regel um Suspensionen (Aufschwemmungen von feinstverteilten Stoffen in Flüssigkeit) von Pigmenten und Bindemitteln handelt. Musikalisch gesehen stellt sich eine „Klangsuspension” als Einbindung von Einzeltönen oder Motivkernen - nennen wir sie „Tonpigmente”- in den Aufbau von Klangschichtungen und „Tonaufschwemmungen” dar. Alle Ansätze zu motivischer Entwicklung, wie sie in den schnelleren, mittleren Abschnitten des Stückes anzutreffen sind, münden in neue Suspensionen, in denen sich das motivische Material wieder auflöst. Dem stabilisierenden Moment dieser Klangschichtungen wirken dabei die im weiteren Verlauf sich entwickelnden polymetrischen Verschiebungen in der Abfolge der (durch Pausen getrennten) Tondauern entgegen, die am Ende der Komposition über einen ultimativen Steigerungsverlauf zur Auslöschung (Zerfall) der Musik führen.

Das Orchester ist wie folgt besetzt:
 
2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten in B, Fagott, Kontrafagott.
2 Hörner in F, 2 Trompeten in B, 2 Posaunen, Basstuba.
Vibraphon, Glocken, Celesta, Harfe, Pauken.
Kleine Trommel, Große Trommel, Becken, Tamtam, Triangel
Solo-Streichquartett. Streichorchester.

Thomas Lefeldt  1999
Variationen für Klavier und Kammerorchester (2000/2003)

Als Ausgangspunkt dieser Variationen diente eine inzwischen verworfene Fassung des 7. der zwölf Stücke für Kleines Orchester, das in seiner athematischen Struktur kein Thema im klassischen Sinne darstellt, fehlt es doch an charakteristischen Motiven und Zusammenhängen, die als Ausgangsmaterial für Veränderungen dienen könnten. Variiert bzw. weiterentwickelt werden vielmehr alle musikalischen Parameter dieses Stückes, dazu gehören Klangfarben und unzählige Mikromotive, die nach und nach erkennbare musikalische Charaktere hervortreten lassen. Auch die harmonische Struktur des Anfangsstücks liefert in ihrer linearen Aufsplitterung eine Art Reihenmaterial, mit dem weite Teile der musikalischen Entwicklung bestritten werden.

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Somit stehen die thematischen Hauptgedanken dieser Variationen nicht wie üblich zu Beginn, sondern nehmen erst im Verlauf der Musik Kontur an. Auch der Klavierpart ist anfangs untergeordnet und löst sich nur allmählich aus dem Klangverband der anderen Orchesterinstrumente, tritt dann allerdings mehr und mehr solistisch hervor und sorgt - nicht zuletzt auch mit Hilfe einer virtuosen Solokadenz - für einen konzertanten Abschluss des Stückes.

Besetzung: Flöte, Klarinette, Fagott, Kontrafagott, Horn, Trompete, Posaune, Basstuba; Streichorchester; Celesta, Harfe; Glockenspiel, Glocken, Pauken; Becken, Kleine und Große Trommel und Tamtam. Soloklavier.

Thomas Lefeldt  2000